Enterprise-Java-Migration: Infrastruktur-Szenario mit Legacy, VM und OpenShift
Dieses Kapitel verbindet Infrastruktur mit Java-Enterprise-Modernisierung: WebSphere/JBoss auf VM, Datenbank extern, neue Services auf OpenShift, kontrollierte Migration über Schnittstellen.
Ausgangslage
Ein altes Java-Enterprise-System läuft auf WebSphere oder JBoss, nutzt EJB, SOAP, JMS, JTA, JSP/JSF und eine zentrale Datenbank. Es ist kritisch und kann nicht einfach abgeschaltet werden.
Hybrid-Zielbild
Legacy bleibt zunächst stabil auf VMs. Neue APIs, Adapter, UI-Modernisierung und Integrationsservices laufen auf OpenShift. Datenbank und Messaging werden schrittweise entkoppelt.
Strangler-Ansatz
Neue fachliche Fähigkeiten werden vor das Legacy-System gesetzt oder daneben aufgebaut. Routing und Integration entscheiden, welcher Teil wohin läuft.
Infrastrukturaufgaben
Netzwerkzonen, Firewall-Flows, DNS, Zertifikate, Service Accounts, Secrets, Monitoring und Datenmigration sind genauso wichtig wie Codeänderungen.
Ausführliche Beispiele
Migrationsschnittbild
migration_slice:
name: partner-order-intake
legacy:
runtime: WebSphere Traditional VM
interface: SOAP OrderService
database: Oracle external
modern:
runtime: OpenShift
components:
- partner-api-gateway
- order-adapter-service
- audit-event-producer
integration:
calls_legacy_soap: true
publishes_events: true
uses_existing_database: false
cutover:
routing: partner_by_partner
rollback: route_back_to_legacy
Firewall-Flows für Migration
Partner DMZ -> API Gateway -> Order Adapter -> Legacy SOAP VM
Order Adapter -> Message Broker
Order Adapter -> Secret Store
Monitoring -> Adapter Metrics
GitOps -> OpenShift API
Backup -> Konfigurations-Repository und Datenabhängigkeiten
Typische Stolperfallen
- Modernisierung nur als Codeprojekt betrachten.
- Firewall, DNS und Zertifikate zu spät klären.
- Legacy-Datenabhängigkeiten unterschätzen.
Prüf- und Verständnis-Checkliste
- Jeder Migrationsslice hat Rückweg.
- Infrastrukturflows sind vor Umsetzung geklärt.
- Monitoring umfasst Legacy und neue Services gemeinsam.
Merksatz
Enterprise-Regel: Eine Infrastrukturkomponente ist erst fertig, wenn sie fachlich begründet, automatisiert, beobachtet, geschützt, dokumentiert und wiederherstellbar ist.