Observability: Monitoring, Logging, Tracing, SLO und Alerting
Observability beantwortet nicht nur ob etwas kaputt ist, sondern warum, wie stark der Fachprozess betroffen ist und welche Maßnahme sinnvoll ist.
Drei technische Signale
Metriken zeigen Zahlenverläufe, Logs zeigen Ereignisse, Traces zeigen Pfade über Dienste hinweg.
SLO statt Alarmflut
Ein SLO beschreibt messbare Erwartung, etwa 99,9 Prozent erfolgreiche Bestellungen. Alerts sollen Handlungen auslösen, nicht nur nerven.
Golden Signals
Latenz, Traffic, Fehler und Sättigung liefern gute erste Orientierung. Für Infrastruktur kommen Disk, I/O, Netzwerk und Kapazitätsreserven hinzu.
Betriebsnachweis
Dashboards, Runbooks, Incident-Reports und Postmortems machen Betrieb lernfähig.
Ausführliche Beispiele
SLO Beschreibung
slo:
service: order-api
objective: "99.9% erfolgreiche Checkout Requests pro 30 Tage"
sli:
good_events: "http_requests{route='/checkout',status!~'5..'}"
total_events: "http_requests{route='/checkout'}"
alerting:
fast_burn: "kritisch, wenn Error Budget in 2h stark verbrennt"
slow_burn: "Warnung, wenn Trend über 24h schlecht ist"
Prometheus-artige Alert-Regel
groups:
- name: order-api.rules
rules:
- alert: OrderApiHighErrorRate
expr: rate(http_server_requests_seconds_count{app="order-api",status=~"5.."}[5m]) > 0.05
for: 10m
labels:
severity: critical
service: order-api
annotations:
summary: "Order API Fehlerquote zu hoch"
runbook: "runbooks/order-api-not-reachable.md"
Typische Stolperfallen
- Viele Metriken, aber keine fachliche Aussage.
- Alerts ohne Runbook.
- Logs enthalten sensible Daten.
Prüf- und Verständnis-Checkliste
- SLOs sind mit Fachlichkeit verbunden.
- Alerts haben Owner und Runbook.
- Logs, Metriken und Traces sind korrelierbar.
Merksatz
Enterprise-Regel: Eine Infrastrukturkomponente ist erst fertig, wenn sie fachlich begründet, automatisiert, beobachtet, geschützt, dokumentiert und wiederherstellbar ist.