Rechenzentrum, Bare Metal und Kapazitätsplanung
Bare Metal ist die physische Basis: Server, CPU, RAM, Netzwerk, HBA, lokale Disks, Firmware, Rack, Strom, Kühlung und Wartungsmodell.
Warum Bare Metal weiter wichtig ist
Auch in Cloud-Native-Architekturen laufen Workloads am Ende auf echter Hardware. Performance, Latenz, Ausfallsicherheit und Kosten werden durch physische Ressourcen stark beeinflusst.
Serverklassen
Management-Server, Virtualisierungshosts, OpenShift-Worker, Storage-Nodes, Datenbankserver und GPU-Nodes haben unterschiedliche Anforderungen. Einheitliche Serverklassen reduzieren Sonderfälle.
Kapazitätsplanung
Planung braucht Peak-Werte, Failover-Reserve, Wartungsreserve, Storage-IOPS, Netzwerkdurchsatz und Wachstumsprognose. Durchschnittslast reicht nicht aus.
Lifecycle
Firmware, Treiber, Supportlaufzeit, Ersatzteile und Wartungsfenster gehören zur Architektur. Ein technisch starkes Cluster ist unsicher, wenn Lifecycle und Support fehlen.
Ausführliche Beispiele
Server-Inventar als Betriebsquelle
server:
name: dc1-r07-u18-worker03
role: openshift-worker
cpu: "2x AMD EPYC 32 cores"
memory_gb: 768
network:
workload: "2x25G bond"
storage: "2x25G bond"
management: "1x1G iDRAC/iLO"
boot: mirrored_ssd
labels:
zone: dc1-a
workload_class: standard
lifecycle:
warranty_until: 2029-12-31
firmware_policy: quarterly
N+1-Denkmodell
6 Worker Nodes mit je 100 Workload-Einheiten = 600 Einheiten brutto.
Wenn ein Node ausfällt und ein weiterer im Wartungsfenster ist, bleiben 400 Einheiten.
Produktionsplanung darf deshalb nicht 600 Einheiten verkaufen.
Sichere Auslastung hängt von Failover-Modell, Pod-Requests, Storage und Netzwerk ab.
Typische Stolperfallen
- Nur CPU/RAM planen, aber I/O, Netzwerk und Wartung ignorieren.
- Keine Trennung von Management-, Storage- und Workload-Netz.
- Firmwarestände sind unbekannt oder unterscheiden sich stark.
Prüf- und Verständnis-Checkliste
- Server sind klassifiziert und inventarisiert.
- Kapazität berücksichtigt Ausfall und Wartung.
- Managementzugänge sind getrennt und geschützt.
Merksatz
Enterprise-Regel: Eine Infrastrukturkomponente ist erst fertig, wenn sie fachlich begründet, automatisiert, beobachtet, geschützt, dokumentiert und wiederherstellbar ist.