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Plattform / Infrastrukturbaustein

Storage, Backup und Datenhaltung

Storage ist nicht einfach Speicherplatz. Enterprise-Storage entscheidet über Latenz, Konsistenz, Wiederherstellung, Datenlebenszyklus und Kosten.

Diagramm Storage, Backup und Datenhaltung

Fachliche Perspektive

Daten sind oft wertvoller als die Anwendung. Eine Anwendung kann neu gebaut werden; Bestellungen, Verträge, Rechnungen und Auditdaten müssen korrekt, vollständig und wiederherstellbar bleiben.

Block, File, Object

Block Storage eignet sich für VM-Disks und Datenbanken. File Storage eignet sich für gemeinsam genutzte Dateisysteme. Object Storage eignet sich für große Mengen unstrukturierter Daten, Backups, Artefakte und Archive.

Distributed Storage

Systeme wie Ceph verteilen Daten auf mehrere OSDs und bieten Block-, File- und Object-Schnittstellen. Wichtig sind Replikation, CRUSH/Placement, Recovery-Verhalten und Netzwerk-Design.

Backup ist kein Snapshot

Snapshots sind hilfreich für kurze Wiederherstellungspunkte, ersetzen aber kein Backup. Backup muss gegen Benutzerfehler, Ransomware, Standortausfall, Korruption und Fehlkonfiguration schützen.

RTO und RPO

RTO beschreibt, wie schnell ein Dienst wieder laufen muss. RPO beschreibt, wie viel Datenverlust maximal akzeptiert ist. Diese Werte müssen fachlich entschieden werden.

Ausführliche Beispiele

Storage-Klassen

storage_classes:
  gold-db:
    type: block
    latency: low
    replication: synchronous
    backup: hourly-snapshot-plus-daily-offsite
    workload: production-database
  silver-app:
    type: block
    latency: standard
    replication: replicated
    backup: daily
    workload: application-vm
  bronze-object:
    type: object
    latency: relaxed
    lifecycle: archive-after-90-days
    workload: logs-and-reports

Kubernetes PVC-Beispiel

apiVersion: v1
kind: PersistentVolumeClaim
metadata:
  name: order-db-data
spec:
  accessModes:
    - ReadWriteOnce
  storageClassName: gold-db
  resources:
    requests:
      storage: 200Gi

Backup-Kontrollfragen

1. Was wird gesichert: Daten, Konfiguration, Secrets, Images, Datenbankschema?
2. Wo liegt das Backup: gleiche Zone, zweiter Standort, offline, immutable?
3. Wer testet Restore und wie oft?
4. Wie lange dauert Restore wirklich unter Last?
5. Ist das Backup gegen kompromittierte Admin-Konten geschützt?

Typische Stolperfallen

  • IOPS werden geplant, aber Latenz nicht gemessen.
  • Snapshots bleiben dauerhaft liegen.
  • Backups werden erstellt, aber Restore wird nie getestet.
  • Kubernetes-PVCs werden ohne Datenklassifikation angelegt.

Prüf- und Verständnis-Checkliste

  • Datenklassen sind definiert.
  • Storage-Klassen passen zu Workloads.
  • Backups sind immutable oder getrennt geschützt.
  • Restore-Tests sind dokumentiert.
  • RTO/RPO sind fachlich bestätigt.

Merksatz

Eine Infrastrukturkomponente ist erst enterprise-tauglich, wenn sie geplant, automatisiert, überwacht, geschützt, wiederherstellbar und fachlich begründet ist.