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Glossar

Begriffe aus diesem Projekt, die im zentralen shared/enterprise-glossary (Stand dieser Session geprüft) noch fehlen oder dort nicht WAS-/Liberty-/z-OS-spezifisch genug erklärt sind. Connection Pool, Thread Pool und LDAP selbst stehen bereits im Shared-Glossary und werden hier nicht dupliziert.

WebSphere / Liberty

Begriff Erklärung
WebSphere Liberty Leichtgewichtiges, modulares WebSphere-Profil mit Feature-Manager-Modell (nur explizit angeforderte Features werden geladen) — Gegenstück zum "traditionellen" WebSphere Application Server (Full Profile/ND). Siehe docs/10-installation-konfiguration/00-was-ist-websphere.md.
WAS traditional (Full Profile) Die ältere, monolithische WAS-Produktlinie — zentral über eine Cell/einen Deployment Manager verwaltet, Gegenstück zu Liberty.
Cell / Node / Node Agent Verwaltungshierarchie von traditionellem WAS: eine Cell umfasst mehrere Nodes, jeder Node wird von einem Node Agent überwacht.
Deployment Manager (Dmgr) Zentraler Administrationsprozess einer WAS-Cell — verteilt Konfiguration an alle Nodes.
Cluster (traditionelles WAS) Mehrere Application-Server-Instanzen, die dieselbe Anwendung bereitstellen, zentral vom Dmgr verwaltet — die traditionelle Antwort auf dieselbe HA-Frage wie die Liberty-Zwei-Knoten-Demo in docs/70-high-availability/.
IHS (IBM HTTP Server) / plugin-cfg.xml Klassischer Web-Tier vor traditionellem WAS — Apache-basiert, verteilt Anfragen per Plugin-Konfigurationsdatei auf Cluster-Mitglieder.
wsadmin Skriptbasierte Administration von traditionellem WAS (Jython/Jacl) — das Gegenstück zu "server.xml von Hand editieren" bei Liberty.
WAS Base / Network Deployment (ND) Lizenz-/Funktionsstufen von traditionellem WAS — Base ohne, ND mit Cell/Cluster-Fähigkeit.
Open Liberty Der Open-Source-Kern von WebSphere Liberty (identische Codebasis) — von IBM kostenlos bereitgestellt, ohne kommerziellen Support/IBM-Semeru-Bundling. In diesem Projekt verwendet, siehe docs/10-installation-konfiguration/.
Feature-Manager Liberty-Kernkonzept: server.xml listet explizit die benötigten Features (servlet-6.0, ldapRegistry-3.0, …) — kein "alles ist immer installiert" wie bei traditionellem WAS.
server.xml Die einzige Konfigurationsdatei, die ein Liberty-Admin normalerweise von Hand pflegt (Features, Endpoints, DataSources, Security, Rollen).
application-bnd (Authorization Table) Der Teil von server.xml, der Anwendungsrollen (security-role) auf LDAP-Gruppen/-Nutzer abbildet, siehe docs/60-security-lifecycle/01-rollen-und-rechte.md.
liberty-maven-plugin Maven-Plugin, das eine Open-Liberty-Runtime als Artefakt lädt, einen Server erzeugt und die Anwendung deployt — hier für Build/Verifikation genutzt, siehe docs/10-installation-konfiguration/.
securityUtility Liberty-Bordmittel zur kontrollierten Erstellung von SSL-Zertifikaten/Keystores, siehe docs/60-security-lifecycle/03-zertifikate-ssl.md.

z/OS / Mainframe

Begriff Erklärung
z/OS IBM-Mainframe-Betriebssystem, auf dem in diesem Szenario das Core-Banking-System (DB2 for z/OS) läuft ("zentral"), im Gegensatz zu den Liberty-Servern auf Linux ("dezentral"). Grundlagen: docs/40-bindeglied-dev-ops-db2-netzwerk/00-was-ist-zos.md.
Address Space z/OS-Äquivalent zu einem Prozess — jede Subsystem-Instanz (z. B. ein DB2-Subsystem) läuft in eigenen, benannten Adressräumen.
Dataset z/OS-Äquivalent zu einer Datei, aber mit fester Organisationsform (sequenziell/PS, partitioniert/PDS(E), VSAM) und eigener Namenskonvention — kein Pfad-basiertes Dateisystem wie bei Linux/Windows.
EBCDIC Zeichenkodierung, die z/OS-Anwendungen traditionell intern nutzen — anders als das in der Java-/Web-Welt übliche ASCII/UTF-8, potenzielle Fehlerquelle bei Datei-/Batch-basiertem Datenaustausch mit dezentralen Systemen.
JCL (Job Control Language) / JES2/JES3 Sprache zur Definition von Batch-Jobs bzw. das Subsystem, das sie einplant/ausführt — viel Kernbank-Logik läuft als Batch-Job, nicht als dauerhaft laufender Server-Prozess.
CICS / IMS Eigenständige z/OS-Transaktionsmonitore für gewachsene Kernbank-Programme — nicht jede Geschäftslogik steckt in DB2-Tabellen, für Transaktionsauslösung oft der richtigere Integrationsweg als reines JDBC.
z/OS Connect EE Moderner, REST/JSON-basierter API-Zugang zu z/OS-Programmen (CICS/IMS/Batch) — Alternative zu klassischem JDBC/DDF, wenn eine Transaktion statt nur ein Datenzugriff nötig ist.
TSO/ISPF Interaktiver, menübasierter Terminal-Zugang, mit dem Mainframe-Personal typischerweise arbeitet.
USS (Unix System Services) POSIX-kompatible Schicht innerhalb z/OS, erlaubt u. a. Shell-Skripte auf dem Mainframe.
Parallel Sysplex / Coupling Facility Mehrere gekoppelte z/OS-Systeme, die sich Workload/Daten/Verfügbarkeit teilen, verbunden über die Coupling Facility — die Mainframe-Antwort auf dieselbe HA-Grundfrage wie die Liberty-HA-Demo in docs/70-high-availability/.
DB2 for z/OS Die auf z/OS laufende DB2-Variante — organisatorisch und technisch deutlich anders betrieben als DB2 LUW (Linux/Unix/Windows), siehe docs/40-bindeglied-dev-ops-db2-netzwerk/01-db2-fuer-zos-und-mainframe-grundlagen.md.
DDF (Distributed Data Facility) Die Komponente von DB2 for z/OS, die TCP/IP-JDBC-/ODBC-Verbindungen von verteilten Systemen entgegennimmt (Ports 446/447).
RACF Mainframe-eigenes Sicherheitssystem (Resource Access Control Facility) — getrennt vom LDAP-Verzeichnis, das für Liberty-/Web-Logins genutzt wird.
WLM (Workload Manager) Klassifiziert eingehende Verbindungen/Workloads auf z/OS in Service-Klassen mit unterschiedlicher Priorität.
MSU (Million Service Units) Maßeinheit für z/OS-CPU-Verbrauch, oft direkt mit Lizenzkosten verknüpft — Grund, warum Connection-Pool-Größen gegen DB2 for z/OS abgestimmt statt frei gewählt werden.
DVIPA / Sysplex Distributor Mechanismus, der mehrere physische DB2-Mitglieder eines Sysplex hinter einer einzigen, stabilen IP-Adresse verbirgt.
Sysplex Verbund gekoppelter Mainframe-Systeme für Hochverfügbarkeit/Lastverteilung.

Monitoring / JVM

Begriff Erklärung
IBM Semeru Runtime IBM's auf OpenJ9 basierende JVM — in kommerziellen WebSphere-Liberty-Umgebungen der übliche Unterbau, mit eigenen GC-Policies (gencon, optthruput, …), siehe docs/20-monitoring-tuning/01-jvm-heap-und-gc.md.
OpenJ9 Die JVM-Implementierung, auf der IBM Semeru basiert — Gegenstück zu HotSpot.
gencon Default-GC-Policy von OpenJ9 (generationell, ähnliches Grundprinzip wie HotSpots G1, andere interne Umsetzung).
PMI (Performance Monitoring Infrastructure) Traditionelles WebSphere-Monitoring-Framework — bei Liberty durch das monitor-1.0-Feature (JMX-MBeans) bzw. MicroProfile Metrics abgelöst.
server javadump Liberty-Bordmittel für einen Thread-Dump, funktioniert JVM-unabhängig (HotSpot wie Semeru), siehe docs/20-monitoring-tuning/02-heap-und-thread-dumps.md.

Security

Begriff Erklärung
ldapRegistry Liberty-Feature/Konfigurationselement zur Anbindung eines LDAP-Verzeichnisses als User-Registry, siehe docs/60-security-lifecycle/02-ldap-registry.md.
BASIC-Auth Einfaches HTTP-Authentifizierungsverfahren (Nutzername/Passwort im Authorization-Header) — hier für /secure/* verwendet, siehe docs/60-security-lifecycle/01-rollen-und-rechte.md.
{xor}-Passwort-Obfuskierung Libertys Standard-Verschleierung für Passwörter in server.xml — trivial umkehrbar, kein Verschlüsselungsersatz, siehe docs/60-security-lifecycle/03-zertifikate-ssl.md.
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