Operations / Governance · Stand 2026-07-07

11 Enterprise Betrieb, Runbooks und Checklisten

Enterprise-Betrieb bedeutet: Limits, Quotas, Updates, Backups, Monitoring, Security, Incident-Prozess, Kostenkontrolle und reproduzierbare Änderungen. OpenShift ist Plattformbetrieb, nicht nur Deployment-Ziel.

Diagramm zu 11 Enterprise Betrieb, Runbooks und Checklisten
Kompakte fachliche und technische Darstellung.

Betriebsmodell

Ein stabiler Cluster braucht klare Verantwortlichkeiten: Plattformteam, Security, Netzwerk, Storage, App-Teams und Incident Management.

Jede Anwendung braucht Mindestartefakte: README, Runbook, Ownership, SLO, Health Checks, Ressourcenlimits, Rollback-Anleitung und Datenklassifikation.

Checkliste vor Produktion

Readiness/Liveness korrekt.

Requests/Limits gesetzt.

SCC/RBAC minimal.

Config/Secrets getrennt.

Route TLS sauber.

Monitoring und Alerting vorhanden.

Backup/Restore getestet.

Rollback getestet.

GitOps-Diff nachvollziehbar.

Kosten und Kapazität

CPU-Limits sind nicht immer sinnvoll für jede Java-App, aber Requests sind Pflicht für planbares Scheduling.

Memory-Limits müssen mit JVM-Einstellungen zusammenpassen.

Horizontal Pod Autoscaling braucht sinnvolle Metriken.

Stateful Workloads brauchen gesonderte Planung für IOPS, Backup und Restore.

Ausführliches Enterprise-Beispiel

Das Beispiel folgt einer fiktiven Shop-Landschaft mit order-api, billing-api, payment-api, portal-ui, Batch-Export und Messaging. Der Fokus liegt auf sauberem Verständnis statt auf blindem Kopieren.

Fachlicher Ablauf

  1. Kunde bestellt über Portal.
  2. order-api validiert Auftrag.
  3. billing-api erzeugt Rechnung.
  4. payment-api prüft Zahlung.
  5. Events informieren Lager und Reporting.

Technischer Ablauf

  1. Route nimmt HTTPS an.
  2. Service verteilt auf Pods.
  3. Pods lesen ConfigMaps und Secrets.
  4. Readiness schützt Rollout.
  5. Monitoring misst Fehlerquote und Latenz.

Konfigurations- und Codebeispiele

BASH

# Schnelle Diagnose
oc get clusterversion
oc get co
oc get nodes
oc adm top nodes
oc get events -A --sort-by=.lastTimestamp | tail -80

# Anwendung prüfen
oc -n shop get deploy,rs,pod,svc,route
oc -n shop describe pod -l app=order-api
oc -n shop logs deploy/order-api --since=30m
oc -n shop rollout status deploy/order-api

# Rollback
oc -n shop rollout undo deploy/order-api
oc -n shop rollout status deploy/order-api

YAML

apiVersion: v1
kind: ResourceQuota
metadata:
  name: shop-quota
spec:
  hard:
    requests.cpu: "8"
    requests.memory: 16Gi
    limits.memory: 32Gi
    pods: "80"
---
apiVersion: v1
kind: LimitRange
metadata:
  name: default-container-limits
spec:
  limits:
    - type: Container
      defaultRequest:
        cpu: 100m
        memory: 256Mi
      default:
        memory: 512Mi

Typische Fehlerbilder und Diagnose

Pending Pods

Prüfe Ressourcen, Node-Selector, Taints, PVC und Quotas. Nicht sofort am Java-Code suchen.

CrashLoopBackOff

Prüfe Logs des vorherigen Containers, Config/Secrets, Port, JVM Memory und Health Endpoints.

Route erreichbar, App nicht

Prüfe Service-Selector, Endpoints, Readiness, TLS-Termination und NetworkPolicy.

Praxisaufgabe

Erstelle ein Produktionsfreigabe-Runbook für order-api mit SLO, Alarmen, Rollback, bekannten Fehlerbildern und Ansprechpartnern.

Merksätze

  • Deklarativer Zustand ist wichtiger als manuelle Serveränderung.
  • Security und Betrieb gehören von Anfang an zum Deployment.
  • Jede YAML-Datei ist Architekturentscheidung und sollte reviewbar sein.
  • Produktionsreife entsteht durch Messbarkeit, Rollback und klare Ownership.