OpenShift Gesamtplattform · Stand 2026-07-07

00 Überblick und Lernlandkarte

OpenShift ist eine Enterprise-Kubernetes-Plattform: Kubernetes bildet den Orchestrierungs-Kern, OpenShift ergänzt Installer, Cluster-Operatoren, Registry, Routes, Build-Mechanismen, Security-Vorgaben, Web-Konsole und integrierte Betriebsfunktionen.

Diagramm zu 00 Überblick und Lernlandkarte
Kompakte fachliche und technische Darstellung.

Fachliches Zielbild

Ein Enterprise-Team will nicht nur Container starten. Es braucht eine wiederholbare Plattform, auf der Entwicklung, Betrieb, Security und Architektur dieselbe Sprache sprechen.

Der wichtigste Denkwechsel: Nicht mehr Server konfigurieren, sondern gewünschten Zustand deklarieren. OpenShift versucht diesen Zustand kontinuierlich herzustellen.

OpenShift in einem Satz

OpenShift ist Kubernetes plus Enterprise-Betriebsmodell: Installation, Updates, Operators, Security, Routing, Registry, Monitoring und Developer Experience werden als Plattformprodukt integriert.

Für Java-Enterprise-Modernisierung ist OpenShift besonders interessant, weil alte EAR/WAR/EJB/SOAP/JMS-Systeme schrittweise in containerisierte Services, Batchjobs und Event-Worker überführt werden können.

Was in diesem Paket getrennt wird

Cluster-Schicht: Control Plane, Worker, Operators, MachineConfig, Updates.

App-Schicht: Deployment, Service, Route, ConfigMap, Secret, PVC, ImageStream.

Delivery-Schicht: BuildConfig/S2I, Tekton Pipelines, GitOps mit Argo CD, Helm/Kustomize.

Betriebs-Schicht: Monitoring, Logging, Service Mesh, Security, Quotas, Runbooks.

Ausführliches Enterprise-Beispiel

Das Beispiel folgt einer fiktiven Shop-Landschaft mit order-api, billing-api, payment-api, portal-ui, Batch-Export und Messaging. Der Fokus liegt auf sauberem Verständnis statt auf blindem Kopieren.

Fachlicher Ablauf

  1. Kunde bestellt über Portal.
  2. order-api validiert Auftrag.
  3. billing-api erzeugt Rechnung.
  4. payment-api prüft Zahlung.
  5. Events informieren Lager und Reporting.

Technischer Ablauf

  1. Route nimmt HTTPS an.
  2. Service verteilt auf Pods.
  3. Pods lesen ConfigMaps und Secrets.
  4. Readiness schützt Rollout.
  5. Monitoring misst Fehlerquote und Latenz.

Konfigurations- und Codebeispiele

BASH

oc version
oc whoami
oc new-project shop
oc get projects
oc get clusterversion
oc get clusteroperators

Typische Fehlerbilder und Diagnose

Pending Pods

Prüfe Ressourcen, Node-Selector, Taints, PVC und Quotas. Nicht sofort am Java-Code suchen.

CrashLoopBackOff

Prüfe Logs des vorherigen Containers, Config/Secrets, Port, JVM Memory und Health Endpoints.

Route erreichbar, App nicht

Prüfe Service-Selector, Endpoints, Readiness, TLS-Termination und NetworkPolicy.

Praxisaufgabe

Lege zuerst ein gedankliches Modell an: Welche Teams dürfen Cluster-Objekte ändern, welche nur Namespaces, und welche Artefakte werden ausschließlich über GitOps ausgeliefert?

Merksätze

  • Deklarativer Zustand ist wichtiger als manuelle Serveränderung.
  • Security und Betrieb gehören von Anfang an zum Deployment.
  • Jede YAML-Datei ist Architekturentscheidung und sollte reviewbar sein.
  • Produktionsreife entsteht durch Messbarkeit, Rollback und klare Ownership.