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Zwei offene Punkte geschlossen: Kafka Dead-Letter-Topic und echte DB2-Anbindung (M6)

Zweite und dritte Erweiterung aus M6 - beide schliessen einen in fruehen M6-Vorgaenger-Phasen bewusst offen gelassenen Punkt, deshalb hier gemeinsam dokumentiert.

Teil 1: Kafka Dead-Letter-Topic fuer ClaimIntakeKafkaListener

Warum

Das Legacy-ClaimIntakeMDB verliess sich auf JMSXDeliveryCount: nach einer konfigurierten Zahl fehlgeschlagener Zustellversuche verschob der MQ-Broker eine Nachricht automatisch in eine Backout-Queue. Kafka kennt dieses Konzept nicht (Nachrichten werden per Offset, nicht per Zustellversuch verwaltet) - ohne Gegenmassnahme haette ein dauerhaft fehlschlagender Consumer (z. B. weil PolicyManagementService.registerClaim eine Exception wirft) entweder endlos denselben Offset wiederholt (Consumer haengt) oder die Nachricht stillschweigend uebersprungen (Datenverlust).

Was gebaut wurde

Wie getestet

ClaimIntakeDeadLetterTest (@SpringBootTest + @EmbeddedKafka, echter eingebetteter Kafka-Broker, kein Mock): PolicyManagementService wird per @MockBean so praepariert, dass sie fuer die Policennummer NOV-BOOM-1 eine RuntimeException wirft. Ein raw-KafkaProducer sendet diese "Giftnachricht" auf novaris.claims.submitted; ein raw-KafkaConsumer liest anschliessend novaris.claims.submitted.DLT und bestaetigt, dass genau die Giftnachricht dort ankommt - nach den zwei konfigurierten Wiederholungsversuchen (Testlaufzeit dadurch real ca. 100-160s, kein beschleunigtes Zeit-Mocking). Verifiziert damit den kompletten Pfad Produzent -> Consumer-Fehlschlag -> Retry -> Dead-Letter-Publish gegen einen echten Broker, nicht nur die Konfiguration selbst.

Teil 2: Echte DB2-JDBC-Anbindung fuer Db2LegacyBenchmarkPort

Warum

LegacyBenchmarkPort (Ersatz fuer die DB2-Benchmark-Abfrage in PremiumCalculationBean.averagePremium) hatte bislang nur eine NoOpLegacyBenchmarkPort- Platzhalterimplementierung (immer Optional.empty()) - der Adapter selbst war nie gebaut, nur die Portschnittstelle. Damit war die DB2-Anbindung staerker unvollstaendig als etwa die SOAP- oder Kafka-Anbindung, die von Anfang an echte Adapter hatten.

Was gebaut wurde

Real gefundener Bug: mehrdeutige DataSource-Bean

Nach Hinzufuegen der zweiten DataSource-Bean schlug die gesamte Testsuite (ClaimIntakeDeadLetterTest) mit "Unable to determine Dialect without JDBC metadata" fehl - Spring konnte nicht mehr eindeutig ermitteln, welche der beiden DataSource-Bohnen in die JPA-Autokonfiguration einfliessen soll. Behoben durch explizites @Primary auf einer redeklarierten Standard-Datenquelle (DataSourceProperties.initializeDataSourceBuilder()) sowie @Qualifier("db2DataSource") am Db2LegacyBenchmarkPort-Konstruktor, damit dieser garantiert nicht versehentlich die primaere Datenquelle erhaelt.

Wie getestet

Db2LegacyBenchmarkPortTest: nutzt org.h2.jdbcx.JdbcDataSource (jdbc:h2:mem:ctrmaster;DB_CLOSE_DELAY=-1) mit einer zur DB2-Tabelle strukturgleichen CTR_MASTER-Tabelle. Drei Tests - korrekte Durchschnittsberechnung ueber mehrere Zeilen, leeres Ergebnis (Optional.empty()) bei keiner passenden Zeile, SQL-Fehler wird korrekt in UpstreamSystemUnavailableException gewrappt (erzwungen per vorzeitig geschlossener Datenquelle).

Ehrliche Grenze

Wie im Legacy-Reactor unter docs/40-persistence-oracle-db2/02-db2-nur-dokumentiert.md bereits fuer die Legacy-Seite begruendet: eine echte DB2-Instanz stand in dieser Entwicklungsumgebung nicht zur Verfuegung, IBM stellt kein leichtgewichtiges offizielles Docker-Testimage bereit. Verifiziert wurde deshalb die komplette JDBC-Zugriffslogik (SQL, Mapping, Exception-Handling) gegen eine strukturell identische H2-Tabelle - real getestet, aber nicht gegen den tatsaechlichen DB2-JCC-Treiber/-Server. Die Kafka-Dead-Letter-Anbindung hingegen wurde vollstaendig real verifiziert (siehe oben), weil dafuer ein eingebetteter Broker verfuegbar ist.

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