Das Prinzip
Die Developer Sandbox ist ein geteilter OpenShift-Cluster,
den Red Hat betreibt. Du bekommst darin zwei feste Projekte –
<user>-dev und
<user>-stage – mit begrenzter
Quota. Du bist Admin in diesen Projekten, aber nicht im Cluster. Nichts zu
installieren, nichts zu bezahlen. Dafür: keine eigenen Projekte, Pods werden nach
12 Stunden beendet, und nach 30 Tagen ist alles weg.
oder gleich im Browser
deine 2 Namespaces
oc ausprobieren willst
Bist du hier richtig. Für eigene Operatoren, mehr Namespaces, Dauerbetrieb oder Produktion → die OKD-Single-Node- bzw. OKD-Cluster-Anleitung.
01 Red-Hat-Konto
Kostenlos, keine Kreditkarte. Falls du schon eins hast (Quay, OKD-Doku, Red Hat Developer) – nutzen.
- Auf developers.redhat.com → Log in → Register.
- E-Mail bestätigen. Fertig.
02 Sandbox aktivieren
- Zu developers.redhat.com/developer-sandbox → „Start your sandbox for free“ → einloggen.
- „Launch your Developer Sandbox for Red Hat OpenShift“ anklicken. Beim ersten Mal: Telefonnummer verifizieren (SMS-Code) – einmalig, gegen Missbrauch.
- Provisionierung ~1–2 Minuten → „Start using your sandbox“.
- Deinen Benutzernamen merken (steht oben rechts in der Console) und oben ins Feld eintragen.
Die Web-Console öffnet sich unter
https://console-openshift-console.apps.<cluster>.openshiftapps.com.
<cluster> ist z. B. rm3 oder sandbox-m4 – merk dir die volle URL (Uniform Resource Locator).
03 Console & deine Projekte
Kurzer Rundgang, damit du dich zurechtfindest.
- Oben links die Perspektive: Developer (Topology, App-zentriert) oder Administrator (Ressourcen-Baum). Zum Lernen beide anschauen.
- Projekt-Auswahl oben:
<user>-dev(Standard) und<user>-stage. Mehr gibt es nicht –oc new-projectist gesperrt. - +Add = App hinzufügen (Container-Image, Git, Katalog, Samples). Topology = visuelle Übersicht. Builds, Routes, Secrets im linken Menue.
- Oben rechts: >_ = eingebautes Web-Terminal (mit fertigem
oc), ? = Hilfe + CLI-Downloads.
04 oc installieren (oder gleich das Web-Terminal nehmen)
Am schnellsten: das Web-Terminal in der Console (>_ oben rechts) –
oc ist dort schon da und schon eingeloggt. Für lokal:
winget install RedHat.OpenShift-Client # 'oc' + 'kubectl'
Alternativ in der Console: ? → Command Line Tools → oc herunterladen und in einen PATH-Ordner legen.
05 oc login – Token holen
Die Sandbox nutzt kurzlebige Tokens statt einer dauerhaften kubeconfig. Du holst den Login-Befehl aus der Console.
- Console oben rechts: dein Name → „Copy login command“.
- Neuer Tab → ggf. nochmal einloggen → „Display Token“.
- Den angezeigten Befehl kopieren und in PowerShell ausführen:
oc login --token=sha256~XXXXXXXX --server=https://api.<cluster>.openshiftapps.com:6443
oc whoami # dein Benutzername
oc project # -> <user>-dev
Nach ~24 Stunden ist das Token ungültig („Unauthorized“). Dann einfach in der Console neu holen. Es gibt bewusst keinen dauerhaften Zugang.
06 Erste App deployen
Zwei Wege – CLI (Command-Line Interface) oder Console. Beide landen in <user>-dev.
oc project <user>-dev
oc new-app --image=quay.io/redhattraining/hello-world-nginx:latest --name=web
oc expose service/web
oc get route web
Die Route ist eine echte öffentliche URL mit gültigem TLS (Transport Layer Security), etwa
web-<user>-dev.apps.<cluster>.openshiftapps.com
– im Browser öffnen. Gut für Demos.
Console-Weg: +Add → Container Image (Image eintippen) oder
Import from Git (S2I baut aus deinem Repo). Aufräumen:
oc delete all -l app=web.
07 Limits verstehen
oc describe resourcequota
oc describe limitrange
- Quota: begrenzt (Richtwert ~7 GB RAM, ~15 GB Storage, wenige gleichzeitige Pods) – die genauen Werte zeigt der Befehl oben.
- Pods nach 12 h weg: Ein Pod, der 12 Stunden am Stück läuft, wird automatisch gelöscht. Das Deployment startet ihn neu – aber es ist kein Dauerbetrieb.
- VMs (OpenShift Virtualization) werden nach 1 Stunde heruntergefahren.
- Kein cluster-admin: keine ClusterRoles, kein Zugriff auf
openshift-*-Namespaces, keine cluster-weiten Operatoren, keine eigenen CRDs (Custom Resource Definitions). - Keine eigenen Projekte:
oc new-projectschlägt fehl – arbeite in-dev/-stage. - StorageClass ist vorgegeben. PVCs (PersistentVolumeClaims) nur im Rahmen der Quota.
08 Extras: Dev Spaces, Pipelines, GitOps
In der Sandbox schon nutzbar bzw. per Self-Service – genau die Dinge, die man sonst schwer testen kann.
- OpenShift Dev Spaces – browserbasierte IDE (VS Code / JetBrains im Browser). Button in der Console oder workspaces.openshift.com. „Repo öffnen, direkt im Cluster entwickeln“.
- OpenShift Pipelines (Tekton) –
+Add → Pipelines,tkn-CLI,oc get pipelines. - OpenShift GitOps (Argo CD) – deklaratives Deployment aus Git.
- OpenShift Serverless (Knative) – scale-to-zero Services/Functions.
- OpenShift AI – Jupyter-Notebooks, Modell-Serving (eigene Sandbox-Variante).
- Samples & Templates –
+Add → Samples: fertige Beispiele in Quarkus, Node, Python, Go, .NET …
+ Wenn die Sandbox abläuft
- Laufzeit: 30 Tage. Danach wird die Umgebung gelöscht – alle Deployments, Routes und Daten sind weg.
- Neu holen: zurück auf die Sandbox-Seite → erneut „Launch“ → frische, leere Projekte.
- Deshalb: alles Wichtige als YAML (YAML Ain't Markup Language) in Git halten –
oc get deploy,svc,route,cm,secret -o yaml > stand.yaml– und in der neuen Sandbox mitoc apply -f stand.yamlzurückspielen. Das ist ohnehin die richtige Arbeitsweise.
+ Wofür geeignet – wofür nicht
| Geeignet | Nicht geeignet |
|---|---|
oc-Befehle & OpenShift-Konzepte lernen (Projects, Routes, BuildConfigs, ImageStreams, DeploymentConfigs, Templates) |
Dauerhafte Workloads (12-h-Pod-Limit) |
| S2I-Builds aus Git ausprobieren | Alles mit cluster-admin: eigene Operatoren, CRDs, openshift-* |
| Pipelines / GitOps / Serverless / Dev Spaces anschauen | Eigene Namespaces / mehr als 2 Projekte |
| Demos & Schulungen (echte öffentliche URLs) | Produktion, Kundendaten, Verfügbarkeitsanspruch |
| Schnell etwas testen ohne jedes Setup | Lasttests, große Workloads (Quota) |
+ Der nächste Schritt
Wenn dir die Sandbox zu eng wird – nach Aufwand:
| Weg | Kosten | Was du dazu bekommst |
|---|---|---|
| Developer Sandbox | 0 € | Diese Anleitung. Geteilt, 2 Projekte, 30 Tage, 12-h-Pods. |
| OKD (OpenShift Kubernetes Distribution) Single-Node (eigener 1-Node) | CPX42 ~0,10 €/h | Ganzes OpenShift inkl. Web-Console, kein Zeitlimit, voller Admin. Braucht WSL2 (Windows Subsystem for Linux 2) + 16 GB (Gigabyte). |
| OKD-Cluster (echt, mehrknotig) | ~150–220 €/Mon | HA-etcd, Web-Console mit OperatorHub, Worker-Nodes, Updates. Die volle Erfahrung. |
Reihenfolge: Sandbox → OKD Single-Node → OKD-Cluster. Jeweils eine eigene Anleitung in dieser Sammlung.